Strafhaft

Unterkunftshäuser der Strafhaft, Flur, Gemeinschaftsraum, Unterkunftsgebäude U-Haft
Unterkunftshäuser der Strafhaft, Flur, Gemeinschaftsraum, Unterkunftsgebäude U-Haft

Der Vollzug der Jugendstrafe und der Freiheitsstrafe an jungen Erwachsenen in der Justizvollzugsanstalt Wiesbaden findet in vier Vollzugsabteilungen (20 bis 23) statt.

Zugang

§ 9 HessJStVollzG
(2) Der Förderbedarf wird in Diagnoseverfahren ermittelt. Die Untersuchungen erstrecken sich auf die Persönlichkeit, die Lebensverhältnisse, die Entwicklung der Straffälligkeit und Umstände der Straftat sowie alle sonstigen Umstände, deren Kenntnis für eine zielführende, erzieherisch ausgerichtete Vollzugsgestaltung und für die Eingliederung nach der Entlassung notwendig erscheint. ...

§ 10 HessJStVollzG
(1) Aufgrund der Untersuchungen und des festgestellten Förderbedarfs wird innerhalb der ersten vier Wochen nach der Aufnahme ein Förderplan erstellt.

In der Zugangsphase (VA 20) wird für jeden Gefangenen gemäß. § 10 Hessisches Jugendstrafvollzugsgesetz (HessJStVollzG) in einem Zeitraum von vier Wochen ein Förderplan erstellt. Dem Förderplan geht eine eingehende Diagnostik (Zugangsuntersuchung) voraus, anhand derer die Stärken und Schwächen jedes einzelnen Gefangenen herausgearbeitet werden. Die Diagnostik erfolgt durch ein interdisziplinär besetztes Team (allgemeiner Vollzugsdienst, Sozialdienst, pädagogischer Dienst, psychologischer Dienst, Suchtberatung, Ausländerberatung). Aus den Erkenntnissen der Behandlungsuntersuchung wird der Förderplan gefertigt, der Angaben darüber enthält, wie die Schwächen des Gefangenen ausgeglichen und die Stärken genutzt und weiter gefördert werden können.

Strafhaftabteilung

§ 18 HessJStVollzG

(1) Die Gefangenen werden regelmäßig in Wohngruppen untergebracht, die entsprechend dem individuellen Entwicklungsstand und Förderbedarf zu bilden sind.
(3) In der Wohngruppe sollen insbesondere Werte, die ein sozialverträgliches Zusammenleben ermöglichen, gewaltfreie Konfliktlösungen, gegenseitige Toleranz und Verantwortung für den eigenen Lebensbereich vermittelt und eingeübt werden.
 

Die Unterkunftshäuser der Strafhaft erfüllen die baulichen Voraussetzungen für die Durchführung des in § 18 HessJStVollzG geforderten Wohngruppenvollzuges. Jedes Haus verfügt über sechs Wohngruppen mit bis zu 10 Haftplätzen. Die Gefangenen sind in Einzelhafträumen untergebracht.

Die Wohngruppe als soziales Trainingsfeld dient der Einübung sozialer Verhaltensweisen, da sich die Gefangenen miteinander auseinandersetzen und Probleme gemeinsam lösen müssen. Daneben werden in der Wohngruppe lebenspraktische Fähigkeiten wie z. B. putzen, kochen erlernt.

GemeinschaftsraumZur effizienten Förderung von Stärken und Bearbeitung von Schwächen der jungen Gefangenen wurden differenzierte Wohngruppen gebildet.

Die Unterteilung erfolgt nach

  • ausbildungsorientierten Aspekten
  • deliktsspezifischen Kriterien (bspw. Gefangene, die mit Gewaltdelikten auffällig geworden sind)
  • behandlungsspezifischen Kriterien (z. B. Gefangene mit Suchtproblemen)
§ 72 HessJStVollzG

(3) Das Personal muss für die erzieherische Gestaltung des Jugendstrafvollzugs persönlich geeignet und fachlich qualifiziert sein. …
(4) Die Bediensteten werden den Abteilungen und Wohngruppen sowie den Ausbildungs- und Arbeitsstätten zugeordnet. …
 

Jeder Wohngruppe ist ein festes Mitarbeiterteam zugeordnet, bestehend aus Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des allgemeinen Vollzugsdienstes und des Sozialdienstes. Gemeinsam werden in der Interaktion mit den Gefangenen Gruppenprozesse in Gang gesetzt, durch die sich die jungen Menschen entwickeln können.