Sport

§ 30 HessJStVollzG: Der sportlichen Betätigung kommt im Jugendstrafvollzug besondere Bedeutung zu. Sie kann neben der sinnvollen Freizeitgestaltung auch zur gezielten Persönlichkeitsförderung eingesetzt werden. Hierfür sind ausreichende Maßnahmen vorzuhalten, die den Gefangenen zumindest die Teilnahme an Sporteinheiten von insgesamt zwei Stunden Dauer wöchentlich ermöglichen.

Der Gesetzgeber räumt dem Sport unter den Freizeitangeboten eine besondere Stellung ein. Dem Sport werden im Strafvollzug vier Ziele zugeschrieben.

Zunächst wird dem Sport eine diagnostische Funktion beigemessen. Beim Sport zeigen die jungen Männer spontanes und authentisches Verhalten. Diese Beobachtungen sind für die Förderplanerstellung und -fortschreibung nützlich.

Zum anderen hat der Sport eine Ausgleichsfunktion in physischer als auch psychischer Hinsicht. Einem Bewegungsmangel kann entgegengewirkt werden, was eine Verbesserung des körperlichen Wohlbefindens zur Folge hat. Zudem können durch sportliche Betätigung psychische Spannungen wie Aggressionen abgebaut werden.

Weiterhin wird dem Sport auch eine erzieherische Wirkung zugesprochen. Insbesondere Mannschaftssportarten eignen sich zu erzieherischen Zwecken, es werden die Einhaltung von Regeln, Fairness und Gruppenverhalten eingeübt. Die Sportgruppe wird zum Trainingsfeld sozialer Verhaltensweisen.

Letztlich kann der Sport eine Anschlussfunktion für die Zeit nach der Entlassung erfüllen. Sportliche Betätigung in einem Verein führt zu einer Bindung an konforme Gruppen und ermöglicht die Trennung vom alten Bekanntenkreis und erleichtert damit die Wiedereingliederung in die Gesellschaft.