Freizeit

§ 29 HessJStVollzG (1) Die Ausgestaltung der Freizeit orientiert sich am Erziehungsziel und dient zugleich der Vorbereitung der eigenverantwortlichen und sinnvollen Freizeitgestaltung nach der Entlassung. Die Gefangenen sind zur Teilnahme und Mitwirkung an Maßnahmen der Freizeitgestaltung zu motivieren und anzuleiten.

Das vielfach bei jungen Straftätern vorzufindende unstrukturierte Freizeitverhalten ist ein wesentlicher Faktor bei der Entstehung krimineller Verhaltensweisen. Umgekehrt kann eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung nach der Entlassung dazu beitragen, dass die Gefahr des Rückfalls in alte Verhaltensweisen vermindert wird.

Insofern dient die Freizeit im Jugendvollzug nicht lediglich der Zerstreuung und Erholung nach der Arbeit oder der Reduzierung der schädlichen Folgen des Freiheitsentzuges (Verminderung der Isolation). Sie ist vielmehr ein wesentlicher Schritt zur Erreichung des Erziehungsziels.

Ziel der angebotenen Freizeitaktivitäten ist das Erlernen und Einüben sozialer Verhaltensweisen (bei Gruppenangeboten), Entfaltung von Kreativität und Persönlichkeit, Wecken von Interesse für produktive Freizeittätigkeiten, Entdecken von bisher unbekannten Talenten usw. Letztlich sollen die Gefangenen ihr bisheriges Freizeitverhalten überdenken und für alternative Betätigungen empfänglich werden.

Das Freizeitangebot der Justizvollzugsanstalt ist vielfältig. Neben zahlreichen Sportkursen, leistungsbezogenen Aktivitäten während der Freizeit (diverse Nachhilfekurse) werden angeboten:

  • wöchentlich stattfindendes Wohngruppengespräch
  • verschiedenen Gesprächsgruppen mit ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern
  • Malkurse
  • Gitarrenkurs
  • Buchprojekt
  • Filmprojekt
  • Theaterprojekt
  • diverse Konzerte mit externen Künstlern in der Sporthalle