Therapeutische Gruppen

Therapeutische Gruppen, mit Ausnahme der deliktspezifischen, adressieren in der Regel spezielle Verhaltensbereiche bzw. -ebenen. Sie behandeln thematisch eingegrenzte Defizite. Solche Defizite können in mehreren Verhaltensbereichen bestehen,daher ist die Teilnahme an mehreren Gruppen -wie nachstehend aufgeführt- möglich.

Soziales Kompetenztraining

  • Soziales Interaktionstraining
    Diese Gruppenmaßnahme dient der Verbesserung der Selbstwahrnehmung und dem Abbau von Unsicherheiten. Ziel ist der Aufbau eines angemessenen Verhaltensrepertoires in sozialen Interaktionen.
     
  • Soziales Problemlösen I (Zwischenmenschliches Problemlösen)
    Hierbei geht es insbesondere um konstruktive Verhaltenskompetenzen im Rahmen zwischenmenschlicher Konflikte. Die Teilnehmer werden zum Thema „Umgang mit zwischenmenschlichen Konflikten“ auf den Ebenen Problembewusstsein, Handlungsplanung, Handlungsausführung und Handlungsbewertung systematisch trainiert.
     
  • Soziales Problemlösen II (Antiaggressionstraining)
    Mit den Teilnehmern werden auf den Ebenen Problembewusstsein, Handlungsplanung, Handlungsausführung und Handlungsbewertung systematisch Strategien der Aggressionsbewältigung trainiert.

Körperorientierte Gruppen

  • Therapeutisch orientierte Jogginggruppe
    Hierbei handelt es sich um ein spezielles, behutsames und gestuftes Lauftraining, das den individuellen Befindlichkeiten der Teilnehmer gerecht wird. Kontinuität, Anstrengungsbereitschaft und Durchhaltevermögen werden gefördert.
     
  • Erfahrungsorientiertes Team-Training
    In dieser psychologisch-bewegungspädagogischen Gruppe mit ressourcenorientiertem Vorgehen sind körperorientierte Erlebnisanteile mit der theoretischen Auseinandersetzung verknüpft. Das strukturierte Programm zielt auf die Verbesserung von Gruppenverhalten und Teamarbeit ab.

Themenspezifische Gruppen

  • Problemlösegruppe
    Es werden individuelle Alltagsprobleme der Teilnehmer besprochen und einer Lösung zugeführt. Zielgruppe sind Gefangenen, die besondere Schwächen in der Kommunikation und im zwischenmenschlichen Miteinander aufweisen.
     
  • Sex Offender Treatment Program (SOTP)
    Das Programm richtet sich an Sexualstraftäter mit der Zielsetzung, deren Motivation zu stärken, aktiv an der Vermeidung von Rückfällen mitzuarbeiten, die Verantwortung für das eigene Tatverhalten zu übernehmen, individuelle Risikofaktoren herauszuarbeiten sowie ein entsprechendes Risikomanagement zu fördern und schließlich die Opferempathie zu verbessern.
     
  • Deliktspezifische Gruppe für Missbrauchstäter
    Die Maßnahme richtet sich an Straftäter, die wegen sexuellen Missbrauchs einsitzen. Motivationale Hintergründe, tätertypische Verhaltensstrategien, Risikowahrnehmung und systematische Risikovermeidung und Opferempathie stehen als thematische Blöcke im Zentrum der Gruppenarbeit.
     
  • Selbstmanagementgruppe
    Auf den Ebenen Selbstwahrnehmung und Selbstkontrolle wird ein spezielles Training angeboten, das sich auf straftätertypische Verhaltensprobleme bezieht. Dazu gehören: Impulsivität, Feldabhängigkeit/ Beeinflussbarkeit, paradoxe Anpassungserwartung, dissoziale Normorientierung, mangelnde Frustrationstoleranz, Externalisierung, fehlende oder illusionäre Lebensplanung.
     
  • Empathiegruppe
    Die Teilnehmer sollen die Fähigkeit erlernen bzw. ausbauen, die Perspektive anderer einzunehmen, emotional darauf zu reagieren und sich angemessen zu verhalten. Die Gruppe bewegt sich entlang gestufter Schwierigkeitsgrade vom Einüben sozialer Perspektivwechsel bis zum Einfühlen in die Reaktionen des Tatopfers.
     
  • Reasoning and Rehabilitation Program (R&R)
    Das R&R-Programm zielt auf kognitive Komponenten dissozialen Verhaltens hin. Es erfolgt keine Aufarbeitung der individuellen Lebensgeschichte oder Persönlichkeitsproblematik. Trainiert werden kognitive Voraussetzungen zur Selbststeuerung. Zielvariablen sind Problemlösefertigkeiten, soziale Wahrnehmung und soziale Kompetenz, kreatives Denken, Werte und Einstellungen.
     
  • R&R (Kurzversion)
    Das Programm ist eine modifizierte Kurzform des R&R mit Fokus auf dem Bereich des Problemlösens und richtet sich an Teilnehmer mit eingeschränkten Lernfähigkeiten.