Dienste

Allg. Vollzugsdienst (AVD)

Neben der Gewährleistung von Sicherheit und Ordnung übernehmen die Bediensteten des AVD auch Aufgaben der Betreuung, Versorgung und Beaufsichtigung der Insassen. In diesem Zusammenhang steht der AVD im Rahmen des Wohngruppenvollzugs für die Insassen als Ansprechpartner zur Verfügung.

Darüber hinaus sind sie durch die regelmäßige Mitwirkung an Teambesprechungen, Konferenzen, Wohngruppenabenden und Umsetzung beschlossener Maßnahmen in die Planung und Realisierung sozialtherapeutischer Behandlungsziele eingebunden.

Sozialdienst

Die Arbeit des Sozialdienstes orientiert sich an Modellen der Verhaltensmodifikation sowie den Wirkfaktoren und Zielsetzungen von Milieutherapie. Diese Arbeit ist sowohl individualtherapeutisch als auch gruppendynamisch ausgerichtet und wirkt von Beginn an auf die Entlassungsvorbereitung hin. Dem Sozialdienst obliegt die Wohngruppenleitung. Er ist Ansprechpartner für die Insassen und koordiniert die einzelnen Lernfelder innerhalb und außerhalb des Vollzugs.
Die Wohngruppenleitung nimmt am alltäglichen Geschehen in der Wohngruppe teil. Durch gezielte Interventionen fördert sie ein günstiges Gruppenklima, in dem Lern-, Erlebens- und Verarbeitungsprozesse ermöglicht sowie sozialverträgliche Verhaltensweisen eingeübt werden können.

Psychologischer Dienst

Das psychologische Behandlungsangebot umfasst Gruppentherapie, Einzeltherapie und Beratung.

Entsprechend dem Stand der Behandlungsforschung bei Straftätern sind die implementierten psychologischen Therapieangebote überwiegend kognitiv-behavioral strukturiert. Alle psychologisch-kriminaltherapeutischen Interventionen fokussieren auf die jeweils diagnostizierten individuellen kriminogenen Faktoren wie z.B. antisoziale Ansichten, inadäquate Impulsivität, Mangel an sozialen und zwischenmenschlichen Fähigkeiten, unzureichende Problemlösefähigkeiten, Störungen der Selbstkontrolle und des Selbstmanagements, Egozentrik und Externalisation von Verantwortung.

Pädagogischer Dienst

Aufgabe des Pädagogischen Dienstes ist es, schulische und berufsbildende Maßnahmen anzubieten, durchzuführen und weiterzuentwickeln (§§ 27 ff. HStVollzG). Insbesondere sind dies:

  • Allgemeinbildende Schulabschlüsse
  • Unterstützung bei der Durchführung von Fernunterrichtsmaßnahmen
  • Spezielle Angebote zum Erlernen der deutschen Sprache
  • Umschulungen in unterschiedlichen Berufsfeldern
  • Anpassungsmaßnahmen für Fachkräfte
  • Qualifizierungsmaßnahmen auf Helferebene in unterschiedlichen Berufsfeldern
  • Stützunterrichte

Freizeit- und Sportpädagogik (Sport)

Aufgabe der Freizeit- und Sportpädagogik ist es, Gefangene mit Hilfe von vielseitigen und differenzierten Freizeit- und Sportangeboten gem. dem gesetzlichen Auftrag aus §§ 30, 31 HStVollzG zu einer positiven Veränderung ihres Freizeitverhaltens zu bewegen. Die Unfähigkeit, die eigene Freizeit sinnvoll und strukturiert zu gestalten, kann einen kriminogenen Faktor darstellen.

Der Freizeit- und Sportbereich ist

  • ein Lernfeld für individuelles und soziales Verhalten
  • ein Trainingsfeld für Kommunikation, Interaktion und Kooperation
  • ein Hilfsmittel des sozialen Trainings.

Der Sport leistet einen Beitrag zur körperlichen und geistigen Gesunderhaltung. In Individual-, Freizeit- und Wettkampfsportgruppen erlernen am Sport interessierte Gefangene motorische Grundfertigkeiten und -techniken und verbessern diese unter Anleitung in einem regelmäßigen und zielgerichteten Training. Die körperliche Belastungs- und Leistungsfähigkeit wird stabilisiert und kontinuierlich gesteigert.

Neben den motorischen Aspekten wird dem individuellen und sozialen Lernen (Integration in eine Gruppe, Akzeptanz von Regeln und Entscheidungen, Auseinandersetzung mit Erfolgs- und Misserfolgserlebnissen, Selbstwertproblematik etc.) insbesondere in Mannschaftssportarten eine hohe Bedeutung beigemessen.

Medizinischer Dienst

Wenn im Rahmen der sozialtherapeutischen Behandlung medizinische Fragestellungen auftreten, wird das Medizinische-Competence-Center (MCC) einbezogen.

Seelsorge

Seelsorge im Gefängnis geschieht im kirchlichen Auftrag, ist rechtlich geregelt in den „Vereinbarungen über die evangelische und katholische Seelsorge in hessischen Justizvollzugsanstalten“ und stellt einen eigenständigen kirchlichen Arbeitsbereich dar. Seelsorge zieht sich dabei weder auf den kultischen bzw. inneren Bereich zurück, noch versteht sie sich in Konkurrenz zu anderen im Vollzug wirksamen Handlungsfeldern. Dabei bringt sie auch die besonderen Möglichkeiten der Kirche als einer helfenden und auch nach der Entlassung begleitenden Gemeinschaft mit ein.

Externe Dienste

Ergänzend zu den anstaltsinternen Maßnahmen und Angeboten werden Dienstleistungen aus dem psychosozialen Netzwerk der Region in Anspruch genommen.