Inhaltliche Ausgestaltung des Arrestes

Neben alltagsstrukturierenden Abläufen, Hygienevorschriften, Ernährungsberatung, Entspannungsverfahren und einem breiten Bewegungsprogramm werden alle Jugendlichen und Heranwachsenden im Rahmen einer allgemeinmedizinischen Aufnahmeuntersuchung auf ihren Gesundheitszustand hin untersucht. Arrestierte, die eine medizinische Behandlungen benötigen, werden während ihres Aufenthaltes in der Einrichtung durch den Krankenpflegedienst betreut.

Ein an dem besonderen Leistungs- und Entwicklungspotenzial des Lebensalters der Arrestierten orientierter Schwerpunkt der Behandlung liegt auf dem breiten Bewegungs- und Sportangebot, das täglich durch qualifizierte ÜbungsleiterInnen angeleitet wird. Auf einem Sportfeld im Außenbereich werden u.a. Laufsport und Mannschaftssportarten (u.a. Fußball, Basketball, Gruppenspiele) durchgeführt. In einem Freizeitraum werden Gymnastik, Aerobic, Kraftausdauertrainings und Tischtennis angeleitet.

An dem jeweils individuellen Leistungsvermögen ausgerichtet, werden in einem Kraft-Fitnessraum Übungen an zahlreichen, unterschiedlichen Geräten spezifische Übungen zur Verbesserung der Kraft- und Kraftausdauer durch SportübungsleiterInnen durchgeführt.

Durch die Fachdienste werden die Arrestierten interdisziplinär nach individuell relevanten Kriterien aufgenommen und hinsichtlich ihres Unterstützungsbedarfes sowohl für die Zeit während ihres Aufenthaltes als auch für die Zeit nach ihrer Entlassung aus der Einrichtung eingeschätzt und in dazu passende Behandlungsmaßnahmen eingeteilt.

Dazu können gegebenenfalls Kontakte zur Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe und anderen Hilfesystemen oder auch therapeutischen Einrichtungen genutzt oder standardisierte diagnostischen Verfahren (z.B. zur beruflichen Eignung – HAMET-3 oder Persönlichkeitstests, Tests zur Erfassung der kognitiven Leistungsfähigkeit, Screeningverfahren zur Erfassung psychischer Störungen) eingesetzt werden.

Die Arrestierten werden während des Arrests durch den Sozialdienst und den Psychologischen Dienst in besonderen Krisensituationen betreut und individuell zu wirtschaftlichen, sozialrechtlichen, familiären und psychischen Problemen beraten.

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